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von Dr. Grandel am 31.05.2022

Was sagt der Lichtschutzfaktor aus und welchen LSF brauche ich?

20, 30 oder 50? Bei der Wahl der richtigen Sonnencreme spielt der sogenannte Lichtschutzfaktor eine große Rolle. Das DR. GRANDEL Experten-Team erklärt, welcher Lichtschutzfaktor für Sie der richtige ist und wie Sie den optimalen Lichtschutzfaktor berechnen.

Sonnenbaden am Strand mit geeignetem Lichtschutzfaktor Besonders im Sommer darf der Sonnenschutz nicht fehlen. © pixabay

Der Lichtschutzfaktor (LSF) auf Sonnenschutzprodukten sagt aus, wie viel länger man sich mit dessen Verwendung der Sonne aussetzen kann, als ohne Sonnenschutz. 

Ohne Haut eincremen geht es nicht bei Sonnenschein! Denn auf krebsrote Nasenrücken und knallig-leuchtende Rücken kann man beim Sonnenbaden liebend verzichten, ebenso auf vorzeitige Hautalterung. Noch dazu ist die Hautkrebs-Gefahr zu hoch. Selbst mit einem hohen Schutzfaktor ist man nicht unbegrenzt gegen UV-Strahlung und daraus resultierendem Sonnenbrand geschützt.

Dazu sollten Sie wissen, wie lange sich Ihre Haut aus eigener Kraft vor den UV-Strahlen schützen kann. Die Eigenschutzzeit (= Zeit, in der die Haut in der Lage ist, sich gegenüber der Sonne zu schützen, bevor sie rot wird) ist zum einen davon abhängig, welcher Hauttyp Sie sind. Zum anderen davon, wie intensiv die Sonneneinstrahlung ist. 

Die Hauttypen und ihr Eigenschutz vor der Sonne

Je nach Hauttyp können Sie von 5 bis 30 Minuten ganz entspannt ohne Sonnenpflege an die Sonne. Schließlich tut die Sonne in dieser Zeit Gutes: sie produziert das wichtige Vitamin-D. Die Eigenschutzzeit bezieht sich immer auf einen standardisierten UV-Index von 8.

Hauttyp 1: Keltischer Typ

  • Hautfarbe sehr hell/ blass 
  • Augenfarbe = meist blau
  • Haarfarbe = rötlich
  • Sonnenbrand = sofort
  • Eigenschutz = 15 min
  • ☀ Empfohlener LSF = 30 - 50+

Hauttyp 2: Nordeuropäischer Typ

  • Hautfarbe hell
  • Augenfarbe = blau, grün, grau
  • Haarfarbe = blond
  • Sonnenbrand = schnell
  • Eigenschutz = 20 min
  • ☀ Empfohlener LSF = 20 - 50

Hauttyp 3: Mischtyp

  • Hautfarbe hellbraun
  • Augenfarbe = grau, braun
  • Haarfarbe = dunkelblond
  • Sonnenbrand = selten
  • Eigenschutz = 30 min
  • ☀ Empfohlener LSF = 15 - 30

Hauttyp 4: Südländischer Typ

  • Hautfarbe braun
  • Augenfarbe = dunkel
  • Haarfarbe = dunkel
  • Sonnenbrand = selten
  • Eigenschutz = ca. 40 min
  • ☀ Empfohlener LSF = 10 - 15

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher Hauttyp Sie sind: Fragen Sie Ihren Hautarzt.

Maximale Verweildauer in der Sonne berechnen

So finden Sie den LSF (englisch SPF), der zu Ihnen passt. Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt folgendes Beispiel: "Lichtschutzfaktor 20 bedeutet zum Beispiel, dass man theoretisch 20-mal länger in der Sonne bleiben kann, bevor man einen Sonnenbrand bekommt, als wenn man sich ungeschützt der Sonne aussetzt. Wenn die Eigenschutzzeit zum Beispiel zehn Minuten beträgt und ein Sonnenschutzfaktor von 20 benutzt wird, so kann man sich rein theoretisch 10 Minuten * 20 = 200 Minuten (circa drei Stunden) der Sonnenbestrahlung aussetzen, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen." Diese Formel hilft Ihnen, die richtige Sonnendauer zu bestimmen:

Lichtschutzfaktor (LSF) x Eigenschutzzeit des Hauttyps = maximale Zeit in der Sonne

Gleichzeitig warnt das Bundesamt für Strahlenschutz davor, sich mit Sonnencreme - unabhängig vom Lichtschutzfaktor und der Schutzwirkung - auf der sicheren Seite zu fühlen und den Aufenthalt in der Sonne beliebig auszudehnen. "Die entsprechend dem ausgewiesenen Lichtschutzfaktor erhöhte Schutzdauer sollte man deswegen grundsätzlich höchstens zu 60 Prozent ausschöpfen!", so das Bundesamt. 

Wie viel Sonnencreme auftragen für optimalen Schutz der Haut?

Ganz einfach. Schnappen Sie sich einen Esslöffel! Mit der Esslöffel-Methode, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, finden Sie das richtige Maß für die Menge an Sonnenschutzmittel für Gesicht und Körper eines Erwachsenen, nämlich etwa 3 EL. Verteilen Sie die Sonnencreme mit passendem Lichtschutzfaktor gleichmäßig auf den zu schützenden Stellen. Und Achtung: Lassen Sie den Sonnenterrassen der Haut, wie Stirn, Nase, Ohren und Schultern besondere Aufmerksamkeit beim Cremen zukommen. Alternativ in Teelöffeln:

  • Gesicht: 1 Teelöffel
  • Hals: ½ Teelöffel
  • Arme: je ½ Teelöffel
  • Oberkörper: 2 Teelöffel
  • Beine: je 1 Teelöffel

Nachcremen ist Pflicht. Zum einen, wenn Sie schon lange an der Sonne sind und den Lichtschutzfaktor überbeansprucht haben. Zum anderen sollten Sie immer nachcremen, nachdem Sie im Wasser waren. Denn: Auch wenn die Sonnencreme als wasserfest gekennzeichnet ist, geht viel von der Schutzwirkung verloren.

Für Kinder und Säuglinge gibt es eigene Sonnenschutz-Empfehlungen und spezielle Sonnenschutzmittel.

Wie lange vor dem Sonnen eincremen?

Wenn Sie die Eigenschutzzeit Ihrer Haut bereits ausgenützt haben, sollten Sie 30 Minuten, bevor Sie in die Sonne gehen, den Schutz auftragen. So geben Sie Sonnenschutzmitteln mit chemischen Schutzfaktoren die Möglichkeit, ihre Wirkung zu entfalten. Anders verhält es sich bei Sonnencremes, die auf Filter mit mineralischer Wirkung setzen; diese schützen sofort.

Übrigens lautet die Reihenfolge des Eincremens: Tagespflege - Sonnenschutz - Make-up. Die Sonnencreme sollten Sie am besten unter dem Make-up, jedoch über der Tagespflege, auftragen. Lassen Sie den Sonnenschutz ca. 15 Minuten einziehen, damit die Haut die Wirkstoffe gut aufnehmen kann. Im Anschluss tragen Sie Ihr Make-up auf. 

Hautpflegeprodukte mit Lichtschutzfaktor

Besonders wenn es in der Sommersaison zum Baden geht, steht Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor gegen UVA- und UVB-Strahlen auf dem Plan. Da denkt fast jeder an den Schutz der Haut. Neben der klassischen Sonnencreme gibt es für die Alltagsaktivitäten auch Produkte wie getönte Tagespflege mit integriertem Lichtschutzfaktor. 

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